Kunst wird allgemein als schöpferische Tätigkeit verstanden, die menschliche Gefühle, Gedanken und Ideen in ästhetischer Form ausdrückt. Rainer Maria Rilke betrachtete Kunst nicht primär über ihre Wirkung, sondern als ein tiefes, existenzielles Wesen, das den Menschen zur inneren Wahrheit und Offenbarung führt.

Allgemeine Sicht auf die Kunst

Kunst im Allgemeinen ist ein vielschichtiger Begriff, der sich über Jahrhunderte hinweg gewandelt hat. Ursprünglich aus dem lateinischen ars und dem griechischen téchne abgeleitet, bezeichnet Kunst jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung und Intuition gründet. Im engeren Sinn versteht man darunter das Ergebnis eines kreativen Prozesses, das nicht allein durch praktische Funktionen bestimmt ist, sondern durch das Zusammenspiel von Inhalt und Form eine ästhetische Dimension erhält. Kunst ist somit ein menschliches Kulturprodukt, das Gefühle, Gedanken und Ideen in verschiedenen Medien ausdrückt – sei es durch Malerei (vgl. Albrecht Dürer, Alfons Mucha, Anna-Eva Bergmann, Caspar David Friedrich, Camille Pissarro, Claude Monet, Elisabeth von Eicken, Emil Orlik, Fritz Overbeck, Georgia O’Keeffe, Hans am Ende, Heinrich Vogeler, Hui-Wen Hsiao, Josef Hoffmann, Marie Bock, M.C. Escher und Otto Modersohn, sowie „Schwungvoll“ und „Fließende Wasser“ Musik, Literatur oder darstellende Formen. Ihr Ziel ist es häufig, andere zu berühren, zum Nachdenken anzuregen oder schlicht Schönheit zu schaffen.

Besondere Sichtweise von Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke, einer der bedeutendsten Dichter der Moderne, hatte eine besondere Sicht auf die Kunst. In seinen kunstkritischen Schriften und Essays betonte er, dass viele Definitionen von Kunst sich zu sehr auf ihre Wirkungen konzentrieren – ähnlich wie man die Sonne nur durch ihre Fähigkeit beschreibt, Früchte reifen zu lassen oder Wäsche zu trocknen. Für Rainer Maria Rilke war dies unzureichend, da auch ein Ofen Wärme erzeugen könne. Er forderte, das Wesen der Kunst selbst zu betrachten, nicht nur ihre äußeren Effekte.
In seinen „Schriften zur Literatur und Kunst“ sowie den berühmten „Briefen an einen jungen Dichter“ wird deutlich, dass der Dichter die Kunst als eine Form der inneren Offenbarung verstand. Sie war für ihn kein bloßes Handwerk oder dekoratives Produkt, sondern eine existentielle Notwendigkeit, die den Menschen mit seiner innersten Wahrheit verbindet. Kunst bedeutete für Rainer Maria Rilke ein Dialog mit dem Unsichtbaren, ein Versuch, das Unaussprechliche in Sprache, Bild oder Klang zu fassen. Sie war nicht nur Ausdruck, sondern auch ein Weg zur Selbstwerdung und zur spirituellen Tiefe.
Damit unterscheidet sich seine Auffassung von rein funktionalen oder gesellschaftlich erklärenden Kunstdefinitionen. Während die allgemeine Kunsttheorie oft zwischen Wirkung, Zweck und Form schwankt, sah der Dichter die Kunst als eine innere Bewegung, die den Künstler zwingt, über sich hinauszugehen und das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Siehe auch Gedichte von Rainer Maria Rilke:

Siehe auch:


Quellen: