In „Noch eines“ begegnen wir einem Moment, der so unscheinbar beginnt, dass er fast überhört werden könnte: „Auch dem blonden Kinde kam es“ – ein Satz, der wie ein kaum merklicher Luftzug durch einen geschlossenen Raum fährt. Rainer Maria Rilke benennt nicht, was kam; er lässt das Ereignis im …
Das Gedicht „Im Straßenkapellchen“ aus Rainer Maria Rilkes Gedichtband „Larenopfer“ öffnet einen stillen, beinahe filmischen Moment: ein kleines Kapellchen am Weg, ein flackerndes Licht, Heiligenfiguren, die vom Wind heimgesucht werden. Rilke beschreibt diese Szene mit einer Mischung aus Zärtlichkeit …
Stell dir vor: Anfang 1900 zieht Rainer Maria Rilke (geboren am 4. Dezember 1875 in Prag) in die Künstlerkolonie Worpswede. Ein Ort, wo man morgens mit Pinsel in der Hand frühstückt und abends über den Sinn des Lebens diskutiert – während jemand im Hintergrund melancholisch Geige spielt. Rainer Maria Rilke, der Meister …
Das Gedicht „In der Kapelle St. Wenzels“ aus dem Band „Larenopfer“ von Rainer Maria Rilke entfaltet eine Atmosphäre von sakraler Stille, kostbarer Lichtfülle und ehrfürchtiger Präsenz. Es beschreibt einen Raum, der von Edelsteinen und Licht durchwirkt ist – ein Ort, der nicht nur prachtvoll, sondern …
„Du sahst ein Lichtlein schimmern / allnächtig überm See“ – Rainer Maria Rilkes Gedicht „Irrlicht“ aus den „Wegwarten“ beginnt mit einem Bild, das sofort vertraut wirkt: ein kleines, einsames Leuchten inmitten der Dunkelheit. Es ist kein triumphales Licht, kein strahlender Stern, sondern ein …
Nach meiner Schneewanderung im Januar 2026, als ich noch ganz im Nachklang des weißen, stillen Weges ins Träumen glitt, ist dieses Bild entstanden. Ich ließ die Gedanken treiben, und aus dieser weichen, winterlichen Versunkenheit heraus formten sich die beiden Schmetterlinge, deren Flügel beim genauen …
Aus der frühen Sammlung „Wegwarten“ publizierte Rainer Maria Rilke sein Gedicht „Morgen“, dass zu jenen Texten gehört, in denen er den Moment des Erwachens als eine zarte, beinahe heilige Schwelle beschreibt. Der Morgen ist für ihn kein lauter Neubeginn, sondern ein tastendes, stilles Werden, in …
Das Symbol „Abend“ besitzt in der Kunst eine lange Tradition als Sinnbild für Übergänge, Ruhe und Vergänglichkeit. In vielen Darstellungen steht der Abend – oft durch warmes Abendlicht oder eine gedämpfte Stimmung vermittelt – für einen Moment des Innehaltens, der Erholung und des Loslassens. Gleichzeitig …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Das Volkslied“, zuerst in „Wegwarten“ veröffentlicht und später in das Zyklusgefüge des „Larenopfer“ aufgenommen, gehört zu jenen frühen Texten, in denen er das Schlichte, Überlieferte und Unprätentiöse des Volksliedtons mit seiner eigenen, bereits unverkennbaren …
Rainer Maria Rilkes „Christus / Elf Visionen“ ist ein früher Gedichtzyklus aus den Jahren 1896 – 1898, in dem Christus nicht kirchlich dogmatisch, sondern als vielgestaltige, leidende und zutiefst menschliche Figur erscheint. Der Zyklus blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht, weil Rilke ihn später als unreif …
Das Letzte Gedicht „Die Nonne“ aus „Christus / Elf Visionen“ von Rainer Maria Rilke öffnet einen stillen, fast entrückten Raum, in dem das klösterliche Leben nicht als starre Askese erscheint, sondern als ein innerer Weg voller Sehnsucht, Hingabe und zugleich zarter Verletzlichkeit. Er betrachtet …
Rainer Maria Rilkes Vision vom „blinden Knaben“ entfaltet eine Gestalt, deren Blindheit nicht als Mangel erscheint, sondern als geheimnisvolle Form der Nähe zu Gott. Der Knabe sieht die Welt nicht mit den Augen, sondern mit einem inneren Sinn, der jenseits des Sichtbaren liegt. Gerade weil ihm das …
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