Aus der frühen Sammlung „Wegwarten“ publizierte Rainer Maria Rilke sein Gedicht „Morgen“, dass zu jenen Texten gehört, in denen er den Moment des Erwachens als eine zarte, beinahe heilige Schwelle beschreibt. Der Morgen ist für ihn kein lauter Neubeginn, sondern ein tastendes, stilles Werden, in …
Das Symbol „Abend“ besitzt in der Kunst eine lange Tradition als Sinnbild für Übergänge, Ruhe und Vergänglichkeit. In vielen Darstellungen steht der Abend – oft durch warmes Abendlicht oder eine gedämpfte Stimmung vermittelt – für einen Moment des Innehaltens, der Erholung und des Loslassens. Gleichzeitig …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Das Volkslied“, zuerst in „Wegwarten“ veröffentlicht und später in das Zyklusgefüge des „Larenopfer“ aufgenommen, gehört zu jenen frühen Texten, in denen er das Schlichte, Überlieferte und Unprätentiöse des Volksliedtons mit seiner eigenen, bereits unverkennbaren …
Die „Boston Female Society for Missionary Purposes“ wurde am 9. November 1800 in Boston gegründet und gilt als eine der frühesten und einflussreichsten Frauenmissionsgesellschaften in den Vereinigten Staaten. Ihre Gründerin, Mary Webb, war damals erst 21 Jahre alt – und dennoch eine bemerkenswerte …
„Boulevard des Capucines“ zeigt Claude Monets Blick auf das pulsierende Paris der frühen 1870er Jahre. Vom Atelier des Fotografen Nadar aus malte Monet die belebte Straße aus erhöhter Perspektive und fing damit ein völlig neues, modernes Seherlebnis ein: Menschen erscheinen nur als flirrende, bewegte …
Claude Monets Gemälde „Die Elster“ (1868/1869) gehört zu seinen stillsten und zugleich eindringlichsten Winterbildern. In einer weiten, schneebedeckten Landschaft steht eine einzelne Elster auf einem hölzernen Gatter, fast verloren in der weißen Fläche. Claude Monet fängt das gedämpfte Winterlicht …
Der Weltgebetstag der Frauen fand 1932 erstmals in England (siehe auch: England auf der Suche nach religiöser Identität) statt, nachdem sich die Bewegung bereits seit Jahrzehnten international entwickelt hatte. Ihren Ursprung hatte sie im späten 19. Jahrhundert in den USA und Kanada, wo christliche …
Elizabeth Southerden Thompson, besser bekannt als Lady Butler, wurde 1846 im schweizerischen Lausanne geboren und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten britischen Militärmalerinnen des 19. Jahrhunderts. Früh zeigte sich ihr künstlerisches Talent, das sie später vor allem auf großformatige …
Das Bild „Gott schuf Himmel und Erde“ – gemalt mit Aquarellfarben auf Transparentpapier – wirkt wie eine poetische Visualisierung des Anfangs der Schöpfung, inspiriert von Genesis 1,2: „Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser …
Rainer Maria Rilkes „Christus / Elf Visionen“ ist ein früher Gedichtzyklus aus den Jahren 1896 – 1898, in dem Christus nicht kirchlich dogmatisch, sondern als vielgestaltige, leidende und zutiefst menschliche Figur erscheint. Der Zyklus blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht, weil Rilke ihn später als unreif …
Das Letzte Gedicht „Die Nonne“ aus „Christus / Elf Visionen“ von Rainer Maria Rilke öffnet einen stillen, fast entrückten Raum, in dem das klösterliche Leben nicht als starre Askese erscheint, sondern als ein innerer Weg voller Sehnsucht, Hingabe und zugleich zarter Verletzlichkeit. Er betrachtet …
Rainer Maria Rilkes Vision vom „blinden Knaben“ entfaltet eine Gestalt, deren Blindheit nicht als Mangel erscheint, sondern als geheimnisvolle Form der Nähe zu Gott. Der Knabe sieht die Welt nicht mit den Augen, sondern mit einem inneren Sinn, der jenseits des Sichtbaren liegt. Gerade weil ihm das …
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