Derzeit arbeite ich an dem Kunstprojekt „100 Jahre Weltgebetstag der Frauen (Abk.: WGT)“.
Meine ersten Überlegungen stellte ich Frühjahr 2022 an. Damals hatte ich die Vorstellung, die Entwicklung vom WGT chronologisch darstellen zu können, ich wollte minutiös jeden Schritt sichtbar machen. Die Masse an Daten und Entwicklungsstufen überforderten mich, legte die Arbeit auf Seite.
Vor einem guten Jahr sollte aus meinen Vorüberlegungen ein Projekt werden. In der Zwischenzeit hatte ich einiges zum Thema gelesen, mir einige Dokumentationen angeschaut, fühlte mich dem Thema gewachsen. Ich nahm an, wenn ich konzentriert und diszipliniert daran arbeite, wird es klappen – wie blauäugig von mir. Wieder kapitulierte ich.
Aber wieso bin ich ein weiteres mal escheitert? – Dieser Frage ging ich nach und kam zur folgenden Schlussfolgerung: Nimmt man die Vorgeschichte – die locker 100 Jahre umfasst – und die vergangenen 100 Jahre, seitdem der WGT begangen wird, wird eine Komplexität sichtbar, die einen umhaut. Ich stand wie der Ochs vorm Berg, ich hatte das Gefühl, dass ich es nicht in den Griff bekomme. Vorerst hatte ich keine Lösung, ließ die Arbeit ruhen.
Im Herbst vergangenen Jahres setzte ich mich ein weiteres Mal daran, verfasste schriftlich, wie ich das Projekt aufbauen möchte. Aber es war immer noch unüberschaubar. Dann kam die Advents- und Weihnachtszeit mit sämtlichen Terminen, ließ das Projekt ein weiteres Mal ruhen.
Nach Weihnachten fühlte ich mich vollständig ausgepowert und begann, Ruhe und Stille in mein Leben zu bringen. Zur Unterstützung suchte ich mir die Unterlagen von den Alltagsexerzitien „Mein Leben – ein Pilgerweg“, zusammengestellt von Heiner Meilwes, der u.a. in Siegen die Telefonseelsorge ins Leben gerufen hat, heraus. Stück für Stück ließ ich mich auf die Texte und die Stille ein, bekam wieder Energie und plötzlich wusste ich, wie ich mein Herzensprojekt „100 Jahre WGT“ umsetzen kann. Nun kann ich mich Schritt für Schritt vorantasten, allmählich bekommt das Projekt Konturen.