Nach einem Winter, der sich so grau gab wie ein schlecht gelaunter Staubsaugervertreter, kommt endlich der Frühling. Die Vögel zwitschern, die Blumen sprießen – und irgendwo in einer eisigen Ecke sitzt die Schneekönigin und denkt sich: „Na toll. Jetzt schmelze ich wie ein Schokoladenhase auf der Heizung.“
Während sie langsam zur Pfütze wird, rezitiert Rainer Maria Rilke sein Gedicht „Ich will nicht langen“ – was vermutlich auch die Schneekönigin denkt, wenn man ihr eine Sonnenliege anbietet. Der Dichter trägt „weiße Blüten“, was entweder metaphorisch gemeint ist oder er hat sich einfach in einen sehr ambitionierten Floristen verwandelt.

Ich will nicht langen

Ich will nicht langen nach dem lauten Leben
und keinen fragen nach dem fremden Tage:
Ich fühle, dass ich weiße Blüten trage,
die in der Kühle ihre Kelche heben.

Es drängen Viele aus den Frühlingserden,
in denen ihre Wurzeln Tiefen trinken,
um, krank und dürstend, in die Knie zu sinken
vor Sommern, die sie niemals segnen werden.

Das Gedicht von Rainer Maria Rilke ist Gemeinfrei.

Und dann komme ich ins Spiel, die sich nicht nur von Peter Zumthors Therme in Vals inspirieren lässt (wo man vermutlich auch Schneeköniginnen auftauen könnte), sondern auch von Heinrich Vogeler, dessen Gemälde „Heimkehr“ aussieht, als hätte jemand den Frühling in Öl gemalt. Dazu noch ein Bild, inspiriert von Albrecht Dürers „Burg Arco“ – ein Ort, an dem sich Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und vermutlich auch ein paar literarische Staubmäuse getroffen haben.

Fazit: Der Frühling ist da, die Schneekönigin ist weg, der deutsche Dichter blüht, und ich packe meine Tasche mit Kunst, Poesie und einem Hauch von Ironie. Wenn das kein literarisches Picknick ist, weiß ich auch nicht.

Angaben zur Grußkarte:
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Größe (B x H): ca. 10,5 x 14,8 cm
Ausstattung: Faltkarte; innen mit Leinenpapier (Möglichkeit eines persönlichen Grußes und ähnliches), weißer Briefumschlag aus Leinenpapier
1. Auflage: Juni 2024

Materialverwendung und Herkunft (sofern ermittelbar):
Fäden allesamt aus 100% Baumwolle (vermutlich Made in Germany), Karte aus 200g/m2 (Made in Austria), Perlmuttknopf (Herkunft unbekannt)


Quelle:
Rainer Maria Rilke: Mir zur Feier. Beichte, Verlegt bei Georg Heinrich Meyer – Berlin 1899, S. 5