Nach meiner Schneewanderung im Januar 2026, als ich noch ganz im Nachklang des weißen, stillen Weges ins Träumen glitt, ist dieses Bild entstanden. Ich ließ die Gedanken treiben, und aus dieser weichen, winterlichen Versunkenheit heraus formten sich die beiden Schmetterlinge, deren Flügel beim genauen Hinsehen aus feinem Seidengarn gestickt sind. Die Szene trägt eine ruhige, fast heitere Traumstimmung in sich – ein Schweben zwischen Wirklichkeit und innerer Landschaft, leicht, verspielt und doch von einer stillen Tiefe durchzogen.

Falter und Rose

Ein Falter, der begehrte
Die Rose. Loser Knab‘!
Die Rose aber wehrte
Sein stürmisch Werben ab.
Und wie er fort auch mühte sich,
Und keinen Deut die Blüte wich, —
                  . . . . . . . Ei, hüte dich!

’s war eine Wasserrose,
Die ihm so gut gefiel. —
Jetzt trotzte er im Moose,
Gab scheinbar auf sein Spiel.
Doch sann der kleine Wüterich:
Bis nur der Tag verglühte sich,
                  . . . . . . . Dann hüte dich.

Und als die Nacht vom Hügel
Herabstieg, — voll Begier
Spannt er die Pracht der Flügel
Und flatterte zu ihr . . . . .
Doch sein Triumph verfrühte sich! —
Es schloß ganz leis‘ die Blüte sich,
                        Jetzt — hüte dich.

Dieser Text ist Gemeinfrei.

Die Grußkarte greift – ähnlich wie Rainer Maria Rilkes Gedicht – die zarte Spannung zwischen Annäherung und Distanz auf. In „Falter und Rose“ begegnen sich zwei Wesen, die einander anziehen, aber in unterschiedlichen Sphären leben: der Falter, leicht, flüchtig, beweglich; die Rose, verwurzelt, still, in sich ruhend.
Im Bild erscheint diese Dynamik in neuer Form: Die Schmetterlinge schweben frei im offenen Himmel, während die Kuh – ein erdverbundenes, ruhiges Tier – aus der Ecke ins Geschehen blickt. Die rankenartigen Linien, die beide Ebenen verbinden, erinnern an Rilkes Motiv des tastenden, beinahe scheuen Kontakts zwischen zwei sehr verschiedenen Existenzen.
So entsteht eine moderne, visuelle Parallele zu Rilkes Thema: die Begegnung zweier Wesen, die einander wahrnehmen, ohne sich ganz zu erreichen – ein poetischer Zwischenraum aus Sehnsucht, Leichtigkeit und stiller Verwurzelung.

Angaben zur Grußkarte:
Designerkarte, Designer Karte, Grafik, Kunst, Fadenbild, Fadengrafik, kunstvoll, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Design, Tafelbild, Kuh, Surrealismus, Himmelstreppe,Titel: Schmetterlinge an der Treppe
Größe (B x H): ca. 10,5 x 14,8 cm
Ausstattung: Faltkarte: innen mit Leinenpapier (Möglichkeit eines persönlichen Grußes und ähnliches), weißer Briefumschlag aus Leinenpapier
Auflage: Januar 2026

Materialverwendung und Herkunft (sofern ermittelbar):
Fäden allesamt aus 100% Seide (vermutlich Made in Germany), Karte aus 200g/m2 (Made in Austria)


Quelle:
René Maria Rilke: Wegwarten (1), Selbstverlag, S. 6