Wer hätte gedacht, dass ein einzelner Vers aus der Bibel eine ganze Welt öffnen kann? Es war Hohelied 8,5 – ein fast unscheinbarer Satz, der mich innehalten ließ. Ein Bild formte sich vor meinem inneren Auge: Apfelblüte auf der einen Seite, Wüste auf der anderen. Ein Kontrast wie aus einem Traum. Surreal, fast widersprüchlich – und gerade deshalb so faszinierend.
Die Apfelblüte, zart und weiß, steht für Leben, Hoffnung, Neubeginn. Die Wüste – karg, endlos, still – für Leere, Sehnsucht, Tiefe. Doch in diesem Vers begegnen sich beide Welten. Und plötzlich wird klar: Die Bibel spricht nicht nur in Gleichnissen, sie malt Bilder, die sich in die Seele brennen.
Ich dachte an Rainer Maria Rilke. Nicht sofort, aber irgendwann. Seine Zeilen über den Apfelgarten in Borgeby-Gard fügen sich wie Mosaiksteine in das Bild. Die Bäume, schwer von Früchten, tragen das Gewicht von hundert Arbeitstagen. Sie stehen da wie stille Wächter, geduldig, dienend, wachsend – wie Menschen, die durch ein langes Leben gehen und dabei das Eine wollen: Tiefe. Wahrheit. Hingabe.
Und so entsteht eine Grußkarte aus Fadendesign – nicht einfach nur festem Papier, sondern – ich wage es kaum zu schreiben, aber es ist so: ein Kunstwerk. Die Apfelblüte in der Wüste wird zum Symbol. Gedruckt auf qualitativ hochwertigem Papier, mit Fäden aus reiner Seide, trägt sich die Geschichte weiter. Eine Geschichte von Kontrasten, von Schönheit, von Glauben und Kunst.
Eine Freundin sagte dazu: Die Karte ist mehr als ein Gruß. Sie ist ein Gedicht. Ein Gedanke. Ein stiller Ruf nach dem, was größer ist als Worte.
DER APFELGARTEN
BORGEBY-GARD
Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,
um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun
unter Bäume wie von Dürer, die
das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen,
dienend, voll Geduld, versuchend, wie
das, was alle Maße übersteigt,
noch zu heben ist und hinzugeben,
wenn man willig, durch ein langes Leben
nur das Eine will und wächst und schweigt.
Dieser Text ist gemeinfrei.
Der Hintergrund des Titelbildes (oben) sowie Teile des Textes wurden mit Hilfe von KI geschaffen.
Angaben zur Grußkarte:
Titel: Apfelblüte in der Wüste
Größe (B x H): ca. 10,5 x 14,8 cm
Ausstattung: Faltkarte: innen mit Leinenpapier (Möglichkeit eines persönlichen Grußes und ähnliches), weißer Briefumschlag aus Leinenpapier
Auflage: August 2025
Materialverwendung und Herkunft (sofern ermittelbar):
Fäden allesamt aus 100% Seide (vermutlich Made in Germany), Karte aus 200g/m2 (Made in Austria),
Quelle:
Rainer Maria Rilke: Der neuen Gedichte anderer Teil, Insel-Verlag, Leipzig 1918. S. 114