Rainer Maria Rilkes Gedicht „Die Kinder“ aus dem Zyklus „Christus / Elf Visionen“ ist Teil einer Sammlung, die sich mit visionären Bildern des Christus auseinandersetzt. In „Die Kinder“ erscheinen Kinder als Lichtgestalten, die aus der Dunkelheit hervortreten und sich Christus nähern. Diese Bewegung …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Narr“ aus dem Zyklus „Christus / Elf Visionen“ offenbart auf eindrucksvolle Weise seine persönliche, mystische Gottesvorstellung – eine, die sich fernab kirchlicher Dogmatik entfaltet und stattdessen in der inneren Erfahrung, im Mitgefühl und in der kindlichen Offenheit …
Rainer Maria Rilke befand sich in den Jahren 1896 und 1897 in einer entscheidenden Umbruchphase seines Lebens. Er war noch sehr jung, lebte und studierte in München, wo er literarische Kontakte knüpfte – etwa zu Jakob Wassermann – und bald darauf Lou Andreas-Salomé begegnete, die für seine geistige …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“ (1902) spricht von der Schwelle zwischen erfülltem und verfehltem Leben. Der Herbsttag ist nicht nur Naturbild, sondern ein Prüfstein: Wer seine Früchte gesammelt hat, darf nun in der Wärme verweilen; wer sie verpasst hat, steht vor der Einsamkeit des Winters. Es …
In den ersten Zeilen der Genesis 1 offenbart sich ein Mysterium, das weit über Worte hinausgeht: die Geburt von Licht aus Dunkelheit, Ordnung aus Chaos. Diese uralte Erzählung ist nicht nur ein mythologischer Anfang, sondern ein Spiegel unserer inneren Reise – von Unwissenheit zur Erkenntnis, von Zerstreuung …
Die Schöpfungsgeschichte in Genesis 1 ist mehr als ein mythologischer Ursprungstext – sie ist ein poetischer Versuch, das Unfassbare zu fassen: die Geburt von Zeit, Raum und Sinn. Doch wer sich künstlerisch diesem Text nähert, stößt schnell an Grenzen. Das Motiv der Transzendenz – das Überschreiten des Sichtbaren, das Erreichen …
Inmitten der Suche nach einem passenden Motiv für eine Karte zur Schöpfungsgeschichte stieß ich ein Gedicht, das zunächst unerwartet erscheint – und doch eine tiefere Verbindung offenbart: „Rabbi Löw I“ von Rainer Maria Rilke. Was auf den ersten Blick wie eine düstere Legende wirkt, entfaltet bei näherer …
Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet, die Tage noch warm sind und die Gärten in goldenes Licht getaucht werden, beginnt eine stille Zeit der Übergänge. Die Laubblätter an den Bäumen färben sich allmählich, letzte Rosen öffnen ihre Blüten wie ein leises Versprechen, und die Luft trägt bereits den Duft des …
Als ich mich an die Grußkarte „Herz auf Siegel“ setzte, war mir nicht klar, wohin mich diese Reise führen würde. Es begann mit dem Hohelied – jenem biblischen Text, der zwischen Sehnsucht und Hingabe oszilliert, zwischen dem Sichtbaren und dem Geheimnisvollen. Worte, die wie Liebesbriefe zwischen Himmel und Erde …
Wer hätte gedacht, dass ein einzelner Vers aus der Bibel eine ganze Welt öffnen kann? Es war Hohelied 8,5 – ein fast unscheinbarer Satz, der mich innehalten ließ. Ein Bild formte sich vor meinem inneren Auge: Apfelblüte auf der einen Seite, Wüste auf der anderen. Ein Kontrast wie aus einem Traum. Surreal, fast …
Meine ersten Schritte in der Malerei waren geometrisch. Rechtecke, Kreise, Dreiecke – alles, was man mit einem Lineal und einem Rest Schulfrust aufs Papier bringen konnte. Dann kam der Surrealismus. Nicht, weil ich Salvador Dalí heimlich verehre oder nachts von schmelzenden Uhren träume, sondern weil mein kreatives …
Seit Jahren hatte sie mit Fäden gearbeitet, kunstvoll Segelschiffe auf Grußkarten gestickt, doch nie war mein Herz ganz zufrieden gewesen. Die Linien waren korrekt, die Farben harmonisch – und doch fehlte etwas. Etwas, das nicht greifbar war. Etwas Göttliches. Dann kam der Moment, der alles veränderte: ein Geschenk, unscheinbar …
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