
Camille Pissarro: Rue Saint-Honoré im Morgenlicht (1898) Gemeinfrei
Stell dir vor: Du malst wie ein Weltmeister, schleppst deine Staffelei durch Wind und Wetter, diskutierst mit Claude Monet über Lichtreflexe auf einem Teich – und trotzdem interessiert sich niemand für deine Kunst. Willkommen im Leben von Camille Pissarro, dem Mann, der sich für die Kunst abstrampelte wie ein Tour-de-France-Fahrer ohne Fahrrad.
Geboren auf den Dänisch-Westindischen Inseln (ja, das gab’s wirklich) am 10. Juni 1830, landete der französische Maler Camille Pissarro irgendwann in Paris – dem Epizentrum der Kunst, der Cafés und der Kritik. Er wusste: Wer im Salon de Paris nicht ausstellt, kann gleich wieder seine Pinsel einpacken. Also stellte er aus. Und was passierte? Nichts. Kein Applaus, kein Verkauf, nicht mal ein mitleidiger Schulterklopfer. Sein Bild „Landschaft bei Montmorency“ wurde so ignoriert, dass selbst die Fliegen drumherum gelangweilt weggesurrt sind.
Aber Camille Pissarro war zäh. Er freundete sich mit Claude Monet und Paul Cézanne an – quasi die Avengers der Impressionisten – und malte weiter. 1863 durfte er im „Salon de Refusés“ ausstellen. Der Kritiker Emile Zola war begeistert, aber die Käufer blieben weiterhin so fern wie die Sonne in einem Pariser Winter.
Finanziell? Katastrophe. Camille Pissarro musste sich mit Nebenjobs über Wasser halten. Vielleicht hat er sogar Croissants verkauft – wer weiß. Doch als 1874 die erste Impressionisten-Ausstellung stattfand, war er mittendrin statt nur dabei. Ruhm? Nein. Geld? Auch nicht. Aber immerhin ein Platz in der Kunstgeschichte.
Sein Durchbruch kam erst 1892 – also nach Jahrzehnten des Malens, Wartens und wahrscheinlich Fluchens. Der Kunsthändler Durand-Ruel zeigte eine Retrospektive, und plötzlich war Pissarro nicht mehr der ewige Außenseiter, sondern ein gefeierter Künstler.
Und dann, als wäre das Leben nicht schon ironisch genug, malte er 1898 das Bild „Rue Saint-Honoré im Morgenlicht“. Eine Stadtlandschaft, die heute im „Museo Nacional Thyssen-Bornemisza“ hängt – mit Inventarnummer „712“, als wäre sie ein besonders edler Joghurt im Kühlregal der Kunstwelt.
Er starb am 13. November 1903 im Alter von 73 Jahren in Paris.
Camille Pissarro inspirierte mich zu folgenden Grußkarten:
- Blattwerk (Ragende Blätter in den Himmel)
- Hut mit Blättern (Impressionismus, Fußball und Blätter)
- Kerze im Morgensonnenlicht (Treffpunkt: 19. Jahrhundert)
- Schottlands Himmel (Was befindet sich eigentlich unter dem Hut?)
Quellen:
Vgl. Wikipedia (₪): Camille Pissarro, zuletzt besucht am 09.06.2024
Vgl. Wikipedia (₪): Datei:Camille Pissarro – Rue Saint-Honoré, dans l’après-midi. Effet de pluie.jpg, zuletzt besucht am 12.07.2024