Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Narr“ aus dem Zyklus „Christus / Elf Visionen“ offenbart auf eindrucksvolle Weise seine persönliche, mystische Gottesvorstellung – eine, die sich fernab kirchlicher Dogmatik entfaltet und stattdessen in der inneren Erfahrung, im Mitgefühl und in der kindlichen Offenheit …
Die Rolle des Auges in der Kunst ist seit Jahrhunderten zentral, denn jede Form visueller Kunst setzt das Sehen als Voraussetzung voraus. Wie die Forschung betont, „gibt es keine visuelle Kunst ohne das Auge, so wie keine Musik ohne das Ohr“. Das Auge ist nicht nur ein physiologisches Werkzeug, sondern …
Rainer Maria Rilke befand sich in den Jahren 1896 und 1897 in einer entscheidenden Umbruchphase seines Lebens. Er war noch sehr jung, lebte und studierte in München, wo er literarische Kontakte knüpfte – etwa zu Jakob Wassermann – und bald darauf Lou Andreas-Salomé begegnete, die für seine geistige …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“ (1902) spricht von der Schwelle zwischen erfülltem und verfehltem Leben. Der Herbsttag ist nicht nur Naturbild, sondern ein Prüfstein: Wer seine Früchte gesammelt hat, darf nun in der Wärme verweilen; wer sie verpasst hat, steht vor der Einsamkeit des Winters. Es …
Wer die Flagge der Cookinseln betrachtet, sieht nicht nur ein Stück Stoff, sondern ein kleines Universum: 15 Sterne, kunstvoll im Kreis angeordnet, leuchten auf einer Blue Ensign. Jeder Stern steht für eine der 15 Inseln, und der Kreis symbolisiert ihre Einheit – eine Art kosmische Familienrunde …
Die Erzählung „Ewald Tragy“ gehört zu den frühen Werken Rainer Maria Rilkes und entstand in der zweiten Hälfte des Jahres 1898. Sie markiert einen entscheidenden Wendepunkt in seiner literarischen Entwicklung und trägt stark autobiographische Züge. Gerade deshalb oder wegen einer geplanten Veröffentlichung …
Jakob Wassermann, geboren am 10. März 1873 in Fürth, war einer der leidenschaftlichsten Erzähler seiner Epoche. Als Sohn des jüdischen Spielwarenfabrikanten Adolf Wassermann und seiner Frau Henriette wuchs er in wechselnden Wohnungen auf – besonders prägend war das Haus in der Theaterstraße 17, das …
Wilhelm von Scholz, 1874 in Berlin geboren, trat ins Leben mit privilegiertem Hintergrund und einem Hang zur Literatur. Als Sohn des preußischen Finanzministers Adolf von Scholz war ihm der goldene Löffel ebenso vertraut wie das Notizbuch. Nach Studien in Berlin, Lausanne und Kiel promovierte er über …
Rainer Maria Rilke schrieb das Gedicht „Hat auch mein Engel keine Pflicht mehr“ im Kontext seiner frühen Auseinandersetzung mit dem Engelmotiv, das sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht. Der Engel ist bei Rainer Maria Rilke kein bloßes religiöses Wesen, sondern eine Gestalt zwischen Sichtbarem …
Mitten in München, zwischen Brienner Straße und Salvatorplatz, öffnete 1888 ein Haus seine Tore, das bald mehr war als ein Kaffeehaus: das Café Luitpold. Errichtet im Glanz der Gründerzeit, mit Kuppelhalle, Spiegelsaal und Säulengang, erschien es wie ein Palast der Gedanken. Schwarzer Marmor …
Als der junge Rainer Maria Rilke 1895 seinen Gedichtband „Larenopfer“ veröffentlichte, griff er diese Symbolik auf. Mit dem Titel deutete er an, dass seine Verse ein Opfer, eine Gabe an die Schutzgeister seien – nicht nur der Familie, sondern auch seiner Heimatstadt Prag. Der Band wurde so zu einem …
Als der junge René Rilke 1894 seinen ersten Gedichtband „Leben und Lieder. Bilder und Tagebuchblätter“ im kleinen Verlag Kattentidt veröffentlichte, war es ein zarter Anfang, getragen von der Unterstützung Valerie von David-Rhonfelds. Sie finanzierte das Werk, und René Rilke dankte es ihr mit einer …
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