Die Begegnung zwischen Rainer Maria Rilke – damals noch René Maria Rilke – und Lou Andreas-Salomé am 12. Mai 1897 bei Jakob Wassermann gehört zu den leuchtenden Urszenen seines Lebens. Sie ist nicht nur der Beginn einer Liebesbeziehung, sondern der Moment, in dem Rilke sich selbst neu erkennt. Die …
Im Gedicht „Emil Orlik. Damit ich glücklich wäre“ aus Rainer Maria Rilkes frühem Band „Advent“ (1898) begegnet uns eine lyrische Miniatur, die zugleich Widmung, Selbstvergewisserung und poetisches Programm ist. Das Gedicht gehört zum Zyklus „Gaben“, in dem Rilke Künstlern und Weggefährten kleine …
Im Gedicht „Auf der Kleinseite“ aus „Larenopfer“ entfaltet Rainer Maria Rilke ein Bild Prags, das zugleich topografisch präzise und poetisch überhöht ist. Die Kleinseite erscheint als ein Viertel, das sich aus engen Höfen, barocken Fassaden und steilen Giebeln zusammensetzt – ein Ort, der sich nicht …
Magdalene von Tiling gehört zu den prägenden evangelischen Frauenstimmen des 20. Jahrhunderts – eine Frau, die aus tiefen biografischen Wurzeln heraus wirkte, die evangelische Frauenbewegung formte und früh eine Verbindung zum Weltgebetstag der Frauen knüpfte. Ihre Lebensgeschichte lässt sich wie ein Gewebe lesen, in dem Herkunft, Bildung, theologische Leidenschaft und gesellschaftliches …
In „Noch eines“ begegnen wir einem Moment, der so unscheinbar beginnt, dass er fast überhört werden könnte: „Auch dem blonden Kinde kam es“ – ein Satz, der wie ein kaum merklicher Luftzug durch einen geschlossenen Raum fährt. Rainer Maria Rilke benennt nicht, was kam; er lässt das Ereignis im …
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichten die Impulse des Weltgebetstags der Frauen – damals noch stark von der amerikanischen Frauenmissionsbewegung geprägt – auch Deutschland. Die ökumenische Zusammenarbeit steckte hier noch in den Kinderschuhen. Verschiedene Konfessionen lebten weitgehend …
Das Gedicht „Im Straßenkapellchen“ aus Rainer Maria Rilkes Gedichtband „Larenopfer“ öffnet einen stillen, beinahe filmischen Moment: ein kleines Kapellchen am Weg, ein flackerndes Licht, Heiligenfiguren, die vom Wind heimgesucht werden. Rilke beschreibt diese Szene mit einer Mischung aus Zärtlichkeit …
Der Raum der erwachenden Verantwortung entfaltet sich wie eine frühe Morgendämmerung: jenes zarte, klare Licht, das nicht nur den Himmel, sondern auch das Bewusstsein aufhellt. In diesem Raum beginnt ein neuer Tag nicht laut, sondern mit einer stillen Frage: Wie wollen wir heute in dieser Welt …
Als das „Boston Female Asylum for Orphan Girls“ (deutsch: Bostoner Frauenasyl für Waisenmädchen) im Jahr 1800 gegründet wurde, befand sich Boston in einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Die junge amerikanische Republik war politisch stabiler geworden, doch die sozialen …
Stell dir vor: Anfang 1900 zieht Rainer Maria Rilke (geboren am 4. Dezember 1875 in Prag) in die Künstlerkolonie Worpswede. Ein Ort, wo man morgens mit Pinsel in der Hand frühstückt und abends über den Sinn des Lebens diskutiert – während jemand im Hintergrund melancholisch Geige spielt. Rainer Maria Rilke, der Meister …
Das Gedicht „In der Kapelle St. Wenzels“ aus dem Band „Larenopfer“ von Rainer Maria Rilke entfaltet eine Atmosphäre von sakraler Stille, kostbarer Lichtfülle und ehrfürchtiger Präsenz. Es beschreibt einen Raum, der von Edelsteinen und Licht durchwirkt ist – ein Ort, der nicht nur prachtvoll, sondern …
Die Karte „Sei gesegnet“ öffnet den Raum des behüteten Anfangs – jenen stillen, warmen Ort, an dem ein neuer Weg beginnt und zugleich ein Licht mitgeht. Sie entstand aus einem zutiefst persönlichen Anlass: der Taufe des Kindes einer Freundin. Ein Moment, der selbst ein Übergang ist – ein erstes …
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