
Winterlandschaft, gemalt von Elisabeth von Eicken (Gemeinfrei)
Manchmal begegnet man einem Kunstwerk und spürt sofort: Hier spricht jemand, der die Welt mit anderen Augen sieht. So erging es mir mit einem Wintergemälde von Elisabeth von Eicken – einer Malerin, deren Name heute kaum jemand kennt, deren Werke aber eine stille Kraft besitzen, die berührt.
Geboren am 18. Juli 1862 in Mülheim an der Ruhr, war Elisabeth von Eicken eine Frau, die sich nicht in die Konventionen ihrer Zeit zwängen ließ. In den späten 1880er Jahren zog es sie nach Paris, wo sie bei Edmond Yon Privatunterricht erhielt – ein Zeichen für ihren Anspruch und ihre Leidenschaft. Doch nicht nur die französische Kunstmetropole prägte sie: Italien, die Schweiz, Österreich – überall suchte sie die Landschaft, das Licht, die Atmosphäre.
Was sie besonders machte? Ihre Unabhängigkeit. Finanziell abgesichert, konnte sie frei arbeiten, reisen, malen. Und sie tat es mit Erfolg: Die Presse lobte sie nicht nur, sie feierte sie regelrecht. Ihre Werke – impressionistisch, feinfühlig, oft von Natur durchdrungen – fanden Anklang in einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt meist übersehen wurden.
In Ahrenshoop, einem kleinen Künstlerdorf an der Ostsee, verbrachte sie ihre letzten Jahre. Dort malte sie die Küstenlandschaften, das Spiel von Wind und Wellen, das Licht über den Feldern. Bis heute ist sie dort bekannt – ein stilles Vermächtnis in einem Ort, der ihre Kunst bewahrt.
Elisabeth von Eicken starb 1940 in Potsdam. Doch ihre Bilder leben weiter – als poetische Zeugnisse einer Frau, die sich selbst treu blieb und die Welt in Farben fasste, die bis heute nachklingen.
Folgende Grußkarte wurde mit einem Bild von ihr kreiert:
Für alle, die gerne mehr über die Malerin wissen möchten:
LITERATUR
„Elisabeth von Eicken“,
von Wolf Karge
Edition Fischerhuder Kunstbuch,
Verlag Atelier im Bauernhaus, 2021
160 Seiten, 26,80 Euro
Quellen:
Vgl. Wikipedia (₪): Elisabeth von Eicken, zuletzt besucht am 08.07.2025
Vgl. Wolf Karge (₪): Dunkle Wasser, helles Licht. Elisabeth von Eicken, in: Weltkunst, Nr. 194, publiziert auf der gleichnamigen Website am 23.12.2021, zuletzt besucht am 08.07.2025