Das Gedicht „Im alten Hause“ von Rainer Maria Rilke weckt in mir Erinnerungen. Meine Großeltern lebten in einem sehr alten Bauernhaus. Um das Haus herum gab es einen weitläufigen Garten mit vielen Obstbäumen, insbesondere Kirschund Pflaumenbäumen. Zwischen den Bäumen gab es ausreichend Platz zum Spielen, was für mich als Kind ideal war.
Und sogar die letzte Zeile aus dem Gedicht deckt sich mit meiner Erinnerung. Manchmal beschlich mich das Gefühl, dass das ganze alte Bauernhaus „Amen“ flüstert. Sicherlich wurde dies auch durch meine sehr fromme Oma hervorgerufen.

Rainer Maria Rilke: IM ALTEN HAUSE

Im alten Hause; vor mir frei
seh ich ganz Prag in weiter Runde;
tief unten geht die Dämmerstunde
mit lautlos leisem Schritt vorbei.

Die Stadt verschwimmt wie hinter Glas.
Nur hoch, wie ein behelmter Hüne,
ragt klar vor mir die grünspangrüne
Turmkuppel von Sankt Nikolas.

Schon blinzelt da und dort ein Licht
fern auf im schwülen Stadtgebrause.—
Mir ist, daß in dem alten Hause
jetzt eine Stimme „Amen“ spricht.

Das Gedicht von Rainer Maria Rilke ist Gemeinfrei.

Angaben zur Grußkarte:
Titel: Haus vom Nikolaus
Größe (B x H): ca. 10,5 x 14,8 cm
Ausstattung: Faltkarte: innen mit Leinenpapier (Möglichkeit eines persönlichen Grußes und ähnliches), weißer Briefumschlag aus Leinenpapier
1. Auflage: Februar 2025

Materialverwendung und Herkunft (sofern ermittelbar):
Fäden allesamt aus 100% Seide (vermutlich Made in Germany), Karte aus 200g/m2 (Made in Austria)


Quelle:
Rainer Maria Rilke: Larenopfer, in: Sämtliche Werke, Band I, Insel-Verlag – Frankfurt am Main 1955, S. 9