Bevor ich mit Fadendesign arbeitete, war ich vor allem mit Aquarellfarben und digitaler Bildbearbeitung kreativ. Ich ging davon aus, dass dieser Weg sich einfach fortsetzen würde. Doch dann kam Corona – eine Zeit der Stille, der Unsicherheit, aber auch der leisen neuen Impulse.

Die Geschäfte waren geschlossen, vieles stand still. Zum Glück hatte ich noch genügend Materialien und begann, diese besondere Zeit in einem kreativen Tagebuch festzuhalten. Und wie es manchmal ist: Ein Gedanke führte zum nächsten.

Eines Tages sah ich eine Dokumentation über Spinnen und ihre kunstvollen Netze. Die Geduld, mit der sie Faden um Faden zu etwas Ganzem verweben, faszinierte mich. Dieser Moment ließ mich innehalten.

Plötzlich erinnerte ich mich an den Kunstunterricht – an die Nagelbilder aus Wolle und daran, wie viel Freude mir diese Technik damals bereitet hatte. Die Frage tauchte auf: Geht das auch mit dickerem Papier?

Ich probierte es aus. Papier, Nähgarn, ein wenig Geduld – und es funktionierte. Aus diesen ersten Versuchen entstand schließlich meine erste Grußkarte: „Abstrakt“. Sie war der Anfang eines neuen Weges, der mich bis heute begleitet.

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