Nachdem ich eine Vorstellung davon hatte, was mit Fadendesign alles möglich ist, begann sich etwas zu öffnen. Ich wurde mutiger, freier, kreativer. Die Formen, die ich zuvor eher technisch erkundet hatte, bekamen plötzlich Spielraum. Ich wählte für einzelne Motive farbiges Papier, nicht mehr nur die kräftigen Hintergründe, die ich anfangs verwendet hatte. Manche Farben trugen ein Motiv besser, andere gaben ihm eine neue Stimmung. Es war ein vorsichtiges Herantasten, ein Ausprobieren, wie Farbe und Faden miteinander sprechen.

Auch kleine Details fanden ihren Weg in meine Arbeit. Ich begann, Knöpfe einzusetzen — als Abrundung, als Akzent, als leiser Punkt, der ein Motiv abschloss oder ihm eine zusätzliche Ebene gab. Diese kleinen Elemente machten die Karten lebendiger, ohne sie zu überladen. Sie fühlten sich an wie ein natürlicher Schritt in meiner Entwicklung: ein bisschen mutiger, ein bisschen verspielter, aber immer noch klar.

Und natürlich wuchsen auch meine Ansprüche an mich selbst. Je mehr ich verstand, desto genauer wurde mein Blick. Ich wollte sauberer arbeiten, präziser, bewusster. Jede Karte wurde zu einer kleinen Aufgabe, einer Einladung, etwas besser zu machen als beim letzten Mal. Nicht aus Druck, sondern aus Freude an der Form, an der Ruhe, die entsteht, wenn alles seinen Platz findet.

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