Oft erscheint mir die Welt zu laut, als würde sie sich über meine eigenen Töne hinwegsetzen. In diesem Lärm verliere ich leicht den stillen Vogel in mir, jenen aus Fäden und Atem gewobenen Begleiter, der mich daran erinnert, wo mein innerer Ort liegt. Seine Stimme ist leise, kaum mehr als ein Flüstern: Suche dir einen stillen Ort. Komm bei dir an.
In der Grundschule, damals, war der Lärm der Kinder manchmal kaum auszuhalten. Doch irgendwann begann ich anders zu hören. Ich lauschte nicht mehr nur auf das, was sie sagten, sondern auf das, was mitschwang. Und plötzlich hielten mir die Kinder Lösungen hin – ganz selbstverständlich, wie auf einem Silbertablett. Als ich lernte, diese Geschenke wahrzunehmen, wurde die Arbeit mit ihnen leicht, fast selbstverständlich.
Im Trubel meines heutigen Lebens vergesse ich diese Erfahrung zu oft, obwohl sie mir eigentlich so nah ist. Am besten gelingt mir dieses Lauschen, wenn ich mich selbst zurücknehme, nicht über jedes hingehaltene Stöckchen springe, sondern innerlich einen Schritt zurücktrete. Wenn ich mich öffne für das, was wirklich gesagt wird, und gleichzeitig still genug werde, um es zu hören.
Meditation hilft mir dabei. Je regelmäßiger ich übe, desto leichter finde ich den Weg in diesen inneren Rückzug, der kein Weggehen ist, sondern ein Öffnen. Dann kann ich den Lärm der Umgebung hören, ohne ihn zu bewerten. Er wird zu einem Klang, in dem sich Lösungen zeigen – für mich und vielleicht auch für andere.
Und manchmal, wenn ich ganz still werde, höre ich ihn wieder: den Vogel aus Fäden und Atem, der mich heimwärts ruft.



