Nachdem ich meine ersten Schritte mit den Grußkarten in die Öffentlichkeit gewagt hatte und das Echo überraschend positiv war, entstand in mir der Wunsch, etwas Geschlosseneres zu schaffen: meine erste kleine Kollektion. Ich nannte sie „In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – ein Titel, den ich mir aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ geliehen habe. Dieser Satz begleitet mich schon lange, weil er so treffend beschreibt, was ein Neubeginn bedeutet: Mut, Unsicherheit, Vorfreude und ein leiser Zauber, der erst sichtbar wird, wenn man den Schritt wirklich geht.
Die Kollektion selbst war überschaubar, eher ein zartes Herantasten als ein großes Projekt. Und doch brachte sie zwei Karten hervor, die bis heute nachgefragt werden (siehe: „Sei gesegnet“ und „Morgendämmerung“. Vielleicht gerade, weil sie aus dieser Anfangsenergie entstanden sind.
Für diese Kollektion habe ich mich an etwas gewagt, das ich mich vorher nicht getraut hätte: Ich habe einige Gemälde von dem romantischen Maler Caspar David Friedrich als Hintergrund verwendet. Seine Landschaften – still, weit, voller Sehnsucht – haben mich schon immer berührt. Sie tragen eine Tiefe in sich, die perfekt zu meiner Fadentechnik passt. Über diese Hintergründe habe ich jeweils ein eigenes Motiv gelegt, ein feines Element aus Fadenlinien, das sich mit der Stimmung des Gemäldes verbindet, ohne es zu überdecken.
Es war ein Experiment, ein Dialog zwischen zwei Welten: der romantischen Malerei und meiner reduzierten, textilen Bildsprache. Und vielleicht war es genau dieser Mut zum Mischen, der die Karten so besonders gemacht hat.



