Ich begann mit einfachen Formen. Kreise, Dreiecke, Linien — geometrische Figuren, die sich gut mit Fäden verbinden ließen. Es war ein stilles Erkunden, ein Ausloten der Möglichkeiten: Wie weit lässt sich eine Fläche öffnen? Wie verändert sich ein Motiv, wenn die Fäden dichter gesetzt sind oder sich nur leicht berühren? Manche Formen wirkten fast mathematisch, andere entstanden intuitiv aus der Bewegung heraus.

Mit der Zeit kamen Kreuze hinzu. Klare, ruhige Formen, die für mich nicht nur religiöse Zeichen waren, sondern auch Symbole für Mitte, Orientierung und Verbindung. Auch Kerzen fanden ihren Platz in meinem Arbeiten — nicht nur angedeutet, sondern bewusst in mehrere Felder unterteilt, sodass jede Fläche mit Fäden gefüllt werden konnte. Diese Unterteilung gab den Motiven Tiefe und Struktur, und ich merkte, wie sehr mich dieses Spiel aus Spannung und Ruhe faszinierte.

Über den Hintergrund dachte ich damals kaum nach. Ich war noch mitten im Ausprobieren, und vieles ergab sich einfach aus dem Moment heraus. Wenn ich einen einfarbigen Hintergrund wählte, dann waren es kräftige Töne: Schwarz, Dunkelblau oder Dunkelgrün. Farben, die den Fäden Halt gaben und gleichzeitig eine gewisse Schwere und Klarheit mitbrachten. Es war eine Phase des Suchens, des Testens, des Herausfindens, was möglich ist — und was sich für mich stimmig anfühlt.

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