Aus der frühen Sammlung „Wegwarten“ publizierte Rainer Maria Rilke sein Gedicht „Morgen“, dass zu jenen Texten gehört, in denen er den Moment des Erwachens als eine zarte, beinahe heilige Schwelle beschreibt. Der Morgen ist für ihn kein lauter Neubeginn, sondern ein tastendes, stilles Werden, in …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Das Volkslied“, zuerst in „Wegwarten“ veröffentlicht und später in das Zyklusgefüge des „Larenopfer“ aufgenommen, gehört zu jenen frühen Texten, in denen er das Schlichte, Überlieferte und Unprätentiöse des Volksliedtons mit seiner eigenen, bereits unverkennbaren …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Judenfriedhof“, entstanden am 6. Oktober 1896 in München und später in dem Zyklus „Christus / Elf Visionen“ veröffentlicht, gehört zu den frühen Texten, in denen der junge Dichter seine religiöse Sensibilität, seine Faszination für Schwellenorte und seine Suche nach einer …
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“ (1902) spricht von der Schwelle zwischen erfülltem und verfehltem Leben. Der Herbsttag ist nicht nur Naturbild, sondern ein Prüfstein: Wer seine Früchte gesammelt hat, darf nun in der Wärme verweilen; wer sie verpasst hat, steht vor der Einsamkeit des Winters. Es …
In einer Zeit, in der Worte oft flüchtig sind, erhebt sich eine Grußkarte aus Fadendesign wie ein stilles Gedicht aus Baumwollgarn und Symbolik. Das zentrale Motiv: eine leuchtend rote Weihnachtskugel, kunstvoll gestickt, schwebt über einer zarten Winterlandschaft Finnlands. Die Kugel scheint nicht nur …
Wenn der Winter leise Einzug hält und die Welt in ein sanftes Grau taucht, beginnt eine Zeit, die mehr ist als bloß ein Vorbote des Weihnachtsfestes. Die Adventszeit – sie ist ein Raum zwischen den Tagen, ein Innehalten, ein stilles Lauschen auf das, was in uns klingt. In dieser Phase des Jahres scheint die Sehnsucht selbst …
Als ich mich an die Grußkarte „Herz auf Siegel“ setzte, war mir nicht klar, wohin mich diese Reise führen würde. Es begann mit dem Hohelied – jenem biblischen Text, der zwischen Sehnsucht und Hingabe oszilliert, zwischen dem Sichtbaren und dem Geheimnisvollen. Worte, die wie Liebesbriefe zwischen Himmel und Erde …
Wenn der Dezember seine Schleier aus Frost und Licht über die Welt legt, beginnt eine stille Zeit der Erinnerung und Besinnung. Inmitten dieser winterlichen Kulisse begegnen wir Rainer Maria Rilke – nicht nur als Dichter, sondern als Begleiter durch die feinen Zwischenräume des Alltags. Seine Worte, wie in dem Gedicht …
In einer Zeit, in der der Winterwald flüstert und die Tannen ihre Zweige dem Licht entgegenstrecken, entfaltet sich ein stilles Wunder: Advent. Nicht als lautes Fest, sondern als leise Erwartung, eingefangen in einem Gedicht von Rainer Maria Rilke – einem Dichter, der sich sonst kaum mit christlichen Festen …
Zwischen den Säulen, die wie stille Wächter am Eingang eines Herzens stehen, blüht eine Lotosblume – zart und doch unerschütterlich. Sie wurzelt in der Tiefe der Sehnsucht und öffnet sich dem Licht. Die Lotosblume wächst im schlammigen Wasser, doch ihre Blüte bleibt makellos und rein. Sie öffnet sich dem Licht …
In einer Welt, in der weibliche Stimmen lange Zeit überhört wurden, leuchtet die Geschichte von Lucy Whitehead McGill Waterbury Peabody wie eine Blütenkerze in der Dunkelheit. Ihre Lebensreise ist nicht nur ein Zeugnis für Mut und Hingabe, sondern auch ein Schlüsselkapitel in der Entstehung des Weltgebetstags der Frauen …
Im frühen 17. Jahrhundert, einer Zeit, in der Frauen kaum öffentlich sprechen durften, wagte Anne Hutchinson etwas Unerhörtes: Sie predigte. Nicht laut auf Marktplätzen, sondern in kleinen, geschlossenen Kreisen. Doch selbst das war zu viel für die puritanische Gesellschaft Neuenglands. Geboren 1591 in England, wuchs …
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